Hör- und Gleichgewichtsorgan

Nicht zu sehen trennt uns von den Dingen, nicht zu hören trennt uns von den Menschen.

[Immanuel Kant]


Das menschliche Ohr ist ein sehr differenziert aufgebautes Sinnesorgan und umfasst das Hör- und Gleichgewichtsorgan.

Schon im Mutterleib fängt unser Ohr an zu arbeiten. Es ist 24 Stunden am Tag im Einsatz, ständig auf Empfang. Wir brauchen unsere Ohren, um das Gehirn mit lebenswichtigen Informationen aus der Umwelt zu versorgen. Das Ohr warnt uns vor Gefahren, gibt uns Orientierung und ist sehr wichtig für unsere soziale Kommunikation. Oft wird uns das erst bewusst, wenn unser Gehör nicht mehr funktioniert.

Unser Hörsinn ist von allen fünf Sinnen der differenzierteste Sinn. Er ist sensibler, genauer und auch leistungsfähiger als unser Auge. Das Ohr kann zwischen 10 Oktaven unterscheiden. Es reagiert auf Schallwellen, also Luftdruckveränderungen im Frequenzbereich zwischen 16 bis 20.000 Herz. Der Gehörsinn macht es uns möglich, bis zu 400.000 Töne zu unterscheiden- und sogar die Richtung, aus der sie kommen.

Jeder Teil des Ohres kann geschädigt sein oder geschädigt werden. Am häufigsten sind Schädigungen im Innenohr. Dass unsere Ohren einwandfrei funktionieren, ist gar nicht so selbstverständlich wie wir oft annehmen: Jedes Jahr werden in Deutschland rund 600 Kinder taub geboren. Insgesamt gibt es bei uns etwa 60.000 Gehörlose, das sind ca. 0,1 Prozent der Bevölkerung. Schätzungsweise 14 Millionen Menschen sind schwerhörig und etwa 3 Millionen Menschen leiden unter ständigen Ohrgeräuschen, dem Tinnitus.

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Abklärung frühkindlicher Hörstörung

Hören ist eine Grundvoraussetzung für die Sprachentwicklung. Nur wer hören kann, lernt auch richtig sprechen. Kinder, die taub auf die Welt kommen oder vor der Sprachentwicklung ihr Hörvermögen verlieren, können nicht sprechen lernen. Ohne eine Therapie führt die Gehörlosigkeit die Kinder in eine Taubstummheit. Heute kann vielen Gehörlosen mit dem "Cochlea-Implantat", einem künstlichen Innenohr, geholfen werden.

Mit der Messung der Otoakustischen Emissionen steht uns eine Untersuchungsmethode zur Verfügung, um schon im Neugeborenenalter, so früh wie möglich, hochgradig schwerhörig bzw. taube Kinder herauszufiltern.

Otoakustische Emissionen (OAE)

Dies ist eine in den neunziger Jahren entwickelte objektive Meßmethode zur Überprüfung der Funktion des Innenohres.

Ein gesundes Ohr verarbeitet nicht nur akustische Reize, es kann auch Schall erzeugen. Diesen Schall, der in der Cochlea, der Gehörschnecke erzeugt wird, bezeichnet man als "otoakustische Emissionen". Nur Menschen, die normal hören oder minimal schwerhörig sind haben OAEs. Sie werden über das Mittelohr nach außen geleitet und können im Gehörgang gemessen werden. Auf diese Weise lassen sich die Vorgänge in der Hörschnecke testen. Vorteil der Methode: Die Messung können wir schon in den ersten Tagen nach der Geburt durchführen, während das Kind schläft.

Tinnitus

Tinnitus ist der lateinische Ausdruck für Ohrgeräusch.

5-7% der Erwachsenen leiden in Deutschland an einem mehr oder minder starkem Tinnitus, Tendenz weiter steigend. Vor allem nimmt die Zahl der Jugendlichen und Erwachsenen unter 30 Jahren stetig zu. Ursachen sind die zunehmende Lärmbelastung durch unsere Umwelt wie auch das häufige Hören von lauter Musik über Kopfhörer.

Tinnitus ist keine Krankheit sondern ein Symptom und ein akuter Tinnitus erfordert immer eine gründliche HNO-ärztliche Untersuchung, um organische Erkrankungen und Ursachen des Tinnitus auszuschließen bzw. frühzeitig zu erkennen.

Therapie

Akutes Stadium:

Im Vordergrund steht eine medikamentöse Therapie, Infusionstherapie, Sauerstoff und Magnetfeldtherapie, die so schnell wie möglich begonnen werden sollte.

Chronisches Stadium:

Der Schwerpunkt liegt auf Beratung, Aufmerksamkeitsumlenkung im Sinne einer Tinnitusretrainingtherapie und verhaltenstherapeutischen Maßnahmen.

In ausgewählten Fällen können wir mit Akupunktur und einer Behandlung mit subcutanen Injektionen von homöopathischen Komplexmitteln gute Therapieerfolge erzielen.

Tinnitus ist der lateinische Ausdruck für Ohrgeräusch, in der medizinischen Fachsprache sind Ohrgeräusche gemeint, die nicht durch äußere Schallquellen verursacht werden, sondern in der Regel nur vom Betroffenen selbst wahrgenommen werden. Fast jeder Mensch hat schon einmal in seinem Leben für einen kurzen Moment ein Ohrgeräusch wahrgenommen. Solange diese Geräusche nach Sekunden bzw. Minuten wieder von alleine vergehen sind sie harmlos und nicht behandlungsbedürftig.

Manchmal bleiben Ohrgeräusche aber bestehen, oder man wacht schon morgens mit einem Klingen, Pfeifen oder Surren im Ohr auf. Diese Geräusche lösen Hilflosigkeit, Ängste und Unsicherheit aus. Die objektive Lautstärke der Ohrgeräusche liegt meist nur knapp über der Hörschwelle, d.h. ein Tinnitus ist so leise, wie wenn „ein Blatt vom Baum zu Boden fällt“. Warum aber empfinden einige Patienten die Geräusche so laut, wie wenn „ein ICE durch ihren Kopf rast“? Weil bei der Verarbeitung von Ohrgeräuschen komplexe Vorgänge in unserem Gehirn ablaufen und damit die empfundene Lautheit des Ohrgeräuschs stark beeinflussen. So verstärken Stress und psychische Belastungen die Ohrgeräusche, wie aber auch umgekehrt Ohrgeräusche Stress verursachen und die Psyche belasten, so dass für die Betroffenen ein Teufelskreis entstehen kann. Es ist sehr wichtig diesen Kreislauf möglichst frühzeitig zu unterbrechen, oder erst gar nicht entstehen zu lassen. Eine HNO-ärztliche Abklärung ist in jedem Fall dringend anzuraten. In der Akutphase stehen zunächst die Diagnostik und Aufklärung des Patienten an erster Stelle. Die Ursachen von Tinnitus sind mannigfaltig und es gilt in dieser Phase wichtige organische Erkrankungen auszuschliessen. Parallel zur Diagnostik wird eine durchblutungsfördernde und eine antientzündliche Therapie eingeleitet.

In der chronischen Phase geht es darum, den Schweregrad des Tinnitus einzuschätzen, um die geeignete Therapie festzulegen. In leichteren Fällen reicht oft eine ausführliche Beratung aus. Bei stärker belastenden Ohrgeräuschen kann mit der Tinnitusretrainingtherapie durch eine Aufmerksamkeitsumlenkung eine Neubewertung der Ohrgeräusche erreicht werden. Auch Entspannungstherapien und verhaltenstherapeutische Massnahmen haben ihren festen Platz in der Therapie des chronischen Tinnitus.

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Hörsturz

Ein merkwürdiger dumpfer Druck im Ohr, plötzlich fühlt man sich, als ob von einem Moment zum anderen die Lautstärke heruntergedreht wird, als wäre Watte im Ohr. Ein lautes Rauschen oder Pfeifen, das alles übertönt. So etwa beschreiben viele Patienten ihren Hörsturz. Meist kommt der Hörsturz ohne Vorwarnung.

Je früher eine geeignete Therapie (medikamentöse Therapie, Infusionstherapie, Sauerstoff-Magnetfeldtherapie, Akupunktur u.a. ) begonnen wird, umso größer sind die Heilungschancen.

Lärmschwerhörigkeit

Ob belastender Lärm am Arbeitsplatz oder freiwillige Dröhnung, beides schadet dem Gehör. Unheilbare Lärmschwerhörigkeit kann entstehen. Immer mehr Jugendliche leiden unter dieser Schädigung des Innenohres. Der Schallpegel beim Musikhören über Kopfhörer liegt häufig bei 100 Dezibel. Damit ist nach eineinhalb Stunden die zulässige wöchentliche Schallbelastung längst erreicht. Wenn dann - anstelle einer Ruhepause - aber noch ein Clubbesuch mit 110 Dezibel dazu kommt, ist die Grenze des Zumutbaren für das Gehör weit überschritten: vorübergehende Vertäubung, dumpfes Hören oder Pfeifen in den Ohren sind deutliche Warnsignale. Zwar ist das Hören nach einigen Stunden oft wieder normal, doch ein geringer Schaden bleibt und summiert sich mit jedem weiteren Lärm-Ereignis.

Berufsbedingte Lärmschwerhörigkeit ist eine anerkannte Berufskrankheit, die Rentenansprüche begründen kann.

Bei Verdacht auf eine berufsbedingte Lärmschwerhörigkeit zeigen wir dies bei Ihrer zuständigen Berufsgenossenschaft an.

Hörgeräteversorgung

Eine frühzeitige Hörgeräteversorgung ist dringend notwendig, um eine weitere Verschlechterung der Hörfähigkeit zu verhindern. Langanhaltende Schwerhörigkeit führt häufig zu einer Degeneration der Nerven, das bedeutet, dass eine zu spät vorgenommene Hörgeräteversorgung den Patienten zwar alles lauter hören lässt, aber nicht mehr zu einer Verbesserung der Verständlichkeit von Sprache führt.

Wir beraten Sie ausführlich über die verschiedenen Möglichkeiten einer Hörgeräteversorgung.

Rund 15 Millionen Menschen sind schwerhörig, aber nur 2,5 Millionen besitzen ein Hörgerät. Noch schlimmer ist: wer eines hat, lässt es oft in der Schublade verschwinden.

Der Hörverlust beginnt schleichend und wird anfangs oft nicht wahrgenommen. Stattdessen wird der Fernseher einfach lauter gedreht. Und wer sein Gegenüber nicht richtig versteht, schiebt gern die Schuld auf den Anderen. "Du nuschelst so", behaupteten die Schwerhörigen häufig. Auf die Idee, dass es an den eigenen Ohren liegen könnte, kommen viele nicht. Denn in den meisten Fällen betrifft der Hörverlust nicht alle Frequenzen gleichermaßen, sondern nur einzelne Bereiche des Hörspektrums. Wer einige Geräusche noch ausgezeichnet hört, kommt kaum auf den Gedanken, dass er dennoch ein Hörgerät braucht.

Rechtzeitig ein Hörgerät zu benutzen, ist die einzige Möglichkeit, um den schleichenden Hörverlust zu bremsen. Wer wartet, bis nichts mehr geht, hat wertvolle Zeit verloren. Denn nach und nach verlieren die Betroffenen die Fähigkeit, den Schall im Gehirn zu verarbeiten.

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Retro X - teilimplantierbares Hörgerät

Viele Hörgeräte, egal ob es sich um „hinter dem Ohr“ Geräte oder „im Ohr“ Geräte handelt, haben einen entscheidenden Nachteil. Die Otoplastik, also das Stück vom Hörgerät, das in den Gehörgang eingesetzt werden muss, verschließt den Gehörgang oft vollständig und erzeugt so ein Vertäubungsgefühl, das als sehr unangenehm empfunden wird.
Als Alternative steht ein teilimplantierbares Hörgerät der Firma Auric zur Verfügung.
Die Implantation kann von uns in örtlicher Betäubung ambulant durchgeführt werden.

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Schwindel

Morbus Meniere Neuropathia vestibularis Paroxsysmaler Lagerungsschwindel Akustikusneurinom

Schwindel - dazu gehören sehr unterschiedliche Empfindungen, die alle eines gemeinsam haben: Der Mensch verliert die Orientierung im Raum.

Schwindel äußert sich als Dreh-Schwank- oder Liftgefühl, aber auch als unbestimmtes Unsicherheitsgefühl, mit Augenflimmern, Übelkeit, Erbrechen und Vielem mehr. Die Unerklärlichkeit, das plötzliche Auftreten und die Unberechenbarkeit verursachen Angst, die wiederum Schweißausbrüche, Herzklopfen und Anderes nach sich ziehen kann.

Jeder zehnte Patient in der Arztpraxis klagt heute über Schwindelsymptome. Damit ist Schwindel, nach Kopfschmerzen, die häufigste Krankheitserscheinung. Schwindel ist, ebenso wie Schmerz, ein Alarmsignal, dessen Ursache abgeklärt werden sollte.

Im Innenohr liegt, neben der Hörschnecke, das Gleichgewichtsorgan. Erkrankungen des Innenohres betreffen somit häufig auch das Gleichgewichtsorgan und können verschiedene Arten von Schwindel auslösen.

Zu den typischen Erkrankungen der Gleichgewichtsorgane , die mit Schwindel einhergehen, gehören unter anderem:

Morbus Meniere

Eine Erkrankung des Hör- und Gleichgewichtsorgans die mit anfallsartigem Schwindel Ohrgeräuschen und Hörverlust einhergeht.

Neuropathia vestibularis

Ein Gleichgewichtsorgan fällt akut und meist vollständig aus. Dies führt zu massivem Drehschwindel und Erbrechen. Als Ursachen werden Viren oder Durchblutungsstörungen angenommen.

Paroxsysmaler Lagerungsschwindel

Synonym: Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel (BPLN)
Die Erkrankung wird durch losgelöste Kristalle verursacht, die in den Bogengängen des Gleichgewichtsorgans umherirren und einen bewegungsabhängigen, kurzzeitigen aber massiven Drehschwindel auslösen. Durch definierte Lagerungsmanöver kann der Ort der Schädigung festgestellt und die Erkrankung behandelt werden. Die winzigen Partikel, auch Otolithen genannt, werden dadurch wieder an ihren angestammten Platz geschleudert. 90 Prozent der Betroffenen sind nach ein bis drei solcher Therapiesitzungen beschwerdefrei.

Akustikusneurinom

An diesen sehr seltenen Tumor des Hör- und Gleichgewichtsnerven sollte bei anhaltender Beschwerdesymptomatik als mögliche Ursache der Beschwerden gedacht werden.

Neben einer medikamentösen Behandlung von Schwindelerkrankungen und Gleichgewichtsübungen können wir auch mit Akupunktur gute Erfolge erzielen.