Allergie

Die Häufigkeit allergischer Erkrankungen nimmt seit 15 bis 20 Jahren stetig zu. Dies betrifft sowohl die Inhalationsallergene (Heuschnupfen, Asthma) als auch die Nahrungsmittel- und Kontaktallergene. Noch vor zwei Generationen stellte Heuschnupfen eine fast exotische Erkrankung dar.

Prognosen von Wissenschaftlern ergeben, dass im Jahr 2060 fast 40% der Bevölkerung an einer allergischen Rhinitis (Heuschnupfen) leiden werden.

Eine frühzeitige Diagnostik und Theraphie zur Vermeidung von schweren Folgeschäden ist unser vordringliches Ziel.

Was mit einem vermeintlich als harmlos eingestuften Heuschnupfen beginnt, entwickelt sich bei etwa einem Drittel der Heuschnupfen-Patienten, die nicht behandelt werden, innerhalb weniger Jahre zu einem Asthma bronchiale. Damit ist der gefährliche Etagenwechsel, d.h. die Ausweitung der Allergie auf die unteren Atemwege gemeint.

Außerdem erweitert sich mit den Jahren das Allergenspektrum, d.h. die Patienten reagieren auf immer mehr Substanzen. D.h. der Zeitraum der Beschwerden wird immer länger. Um diese Entwicklung zu verhindern ist eine frühzeitige Therapie sehr wichtig.

mehr... ...weniger

Therapie

symptomatische medikamentöse Therapie:

dient der Linderung akuter Beschwerden.

kausale Therapie:

ist die spezifische Immuntherapie, auch Hyposensibilisierung genannt. Nur diese Therapie kann an der Ursache der allergischen Erkrankung, der Fehlregulierung im Immunsystem, ansetzen. Sie ist heute der Goldstandard bei der Behandlung allergischer Erkrankungen.

Ziel der Hyposensibilisierung ist eine Gewöhnung an das Allergen und damit möglichst eine Beseitigung der allergischen Reaktion. Auch eine Vermeidung des Medikamentenverbrauches oder die Abwendung eines weiteren Fortschreitens der Allergiekrankheit - z.B. von Heuschnupfen zu Asthma - können aber bereits eine Besserung der Allergiekrankheit darstellen.

Zur Behandlung bei einer Hyposensibilisierung gibt es Extrakte verschiedener Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare, Insektengifte und Schimmelpilze. Für die Herstellung von Therapielösungen werden die betreffenden Allergene gereinigt und haltbar gemacht. Die Lösungen sind nur dann gut wirksam, wenn sie auch tatsächlich die jeweils krankheitsauslösenden Allergene enthalten.

Zur Zeit gibt es folgende Darreichungsformen der spezifischen Immuntherapie:

SCIT: Subcutane Hyposensibilisierung, auch Allergiespritze genannt
SLIT: Sublinguale Hyposensibilisierung, Tropfen, die unter der Zunge eingenommen werden
Orale Hyposensibilisierung: Tablettenform, bisher nur für eine Gräserallergie einsetzbar

mehr... ...weniger

Akupunktur und traditionelle chinesische Medizin:

Wenn eine Hyposensibilisierung nicht durchgeführt werden kann, steht uns mit der Akupunktur und chinesischen Arzneimitteltherapie eine effektive ergänzende Behandlungsmethode zur Verfügung.